Absolut liebenswert verschrobener Krimi

| Autor: | Bradley, Alan |
| Titel: | Flavia de Luce - Mord im Gurkenbeet |
| Verlag: | Penhaligon |
| Erscheinungsjahr: | 2009 |
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Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 384 Seiten | |
| ISBN: | 9783764530273 |
| Preis: | EUR 19,95 |
Flavia de Luce (11), ist nicht besonders leicht zu erschüttern. Wenn ihre beiden älteren Schwestern Ophelia und Daphne wieder mal versuchen, ihr das Leben schwer zu machen, verschwindet sie einfach in ihr Chemielabor und erforscht mit Feuereifer und unstillbarer Neugier die tödlichsten Gifte, die die Natur zu bieten hat.
Nicht weiter verwunderlich also, dass der Tote, den sie eines Morgens im Gurkenbeet findet, mehr ihre Neugier weckt, als sie sonderlich zu schockieren. Die Polizei rätselt und puzzelt noch ungeschickt vor sich hin, da hat Flavia schon eine heiße Spur ausgemacht. Schneller als Sherlock Holmes kombiniert sie die Fakten … und muss erschrocken feststellen, dass sie eben doch nur ein Kind ist und ihr die ganze Angelegenheit hopplahopp über den Kopf zu wachsen droht! Aber da ist es schon zu spät…
Für diese schräge Kriminalstory wurde der Autor, als er erst ein einziges Kapitel fertig hatte, mit dem berühmtesten aller Krimipreise, dem Dagger Award, ausgezeichnet. Das wundert mich nicht. Ihm ist hier eine absolut liebenswerte, in allen Teilen perfektionistisch stringente Handlung gelungen! Die Geschichte spielt in den frühen 50er Jahren und dieser etwas angestaubte Charme steckt konsequent in jeder einzelnen Zeile und jeder einzelnen Figur dieses unvergleichlich originellen Krimis. Ein herrlich leichtfüßig tiefgründiger, ironischer Witz funkelt dem Leser zudem in jedem Satz entgegen. Ein bisschen „Adams Family", ein bisschen „Club der toten Dichter", ein bisschen Miss Marple und doch ganz eigen. Toll!
Buchtipp von Julia Munt
Buchhandlung Dr. Naue, Burghausen - Neustadt, 25.09.2009
Herbstkrimi der besonderen Art

| Autor: | Johan Theorin |
| Titel: | Nebelsturm |
| Verlag: | Piper |
| Erscheinungsjahr: | 2009 |
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Gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag, 446 Seiten | |
| ISBN: | 9783492050913 |
| Preis: | EUR 19,95 |
Die Alten auf der schwedischen Insel Öland wussten, dass es kein gutes Ende nehmen würde mit der Familie Westin. Das junge Stockholmer Ehepaar Westin hatte den uralten Hof Ǻludden gekauft und angefangen, ihn liebevoll zu renovieren. Doch Ǻludden ist verflucht: Angeblich aus den Resten eines alten Schiffswracks erbaut und beladen mit alten Mythen und Legenden, verheißt der Hof nichts Gutes.
Und als eines Tages Joakims Westins Frau Katrine ertrunken in einer kleinen Bucht gefunden wird, deutet zunächst alles auf einen tragischen Unfall hin. Der zutiefst getroffene Ehemann kann sich damit nicht abfinden und fängt an, in den uralten Erzählungen, die sich um Ǻludden ranken, zu graben. Und tatsächlich scheint hier nicht alles mit rechten Dingen zuzugehen. Spukt es wirklich auf Ǻludden oder fangen in den düsteren Oktobernächten die Grenzen zwischen Einbildung und Ralität an, zu verschwimmen? Mächtig und drohend zieht am Horizont einer der gefürchteten Nebelsürme herauf und die Lage spitzt sich dramatisch zu...
Dieser Krimi ist etwas ganz Besonderes. Vor der Kulisse der rauhen Ostsee und der scheinbar schutzlos den Herbststürmen ausgesetzten Insel Öland tritt die Kluft zwischen dem Verletzlichen, Schutzbedürftigen und der unerbittlichen Härte des Lebens besonders klar hervor und doch erkennt man am Schluss, dass es schlussendlich doch nur eine haarfeine Grenze zwischen Beidem gibt. Grandios!
"Nebelsturm" ist der zweite Band der auf vier Bände angelegten Öland-Jahreszeiten-Serie des Krimiautors, man kann die Bände aber völlig unabhängig voneinander lesen.
Buchtipp von Julia Munt
Buchhandlung Dr. Naue, Burghausen - Neustadt, 15.09.2009
Unvergleichlich origineller, düsterer Krimi mit französischem Charme

| Autor: | Vargas, Fred |
| Titel: | Der verbotene Ort |
| Verlag: | Aufbau Verlag |
| Erscheinungsjahr: | 2009 |
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Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 480 Seiten | |
| ISBN: | 9783351032562 |
| Preis: | EUR 19,95 |
Dass Fred Vargas ihre Leser immer wieder aufs Neue zu überraschen vermag, war mir durchaus nicht neu. Hier aber, in ihrem neuesten Krimi, treibt die Autorin ihre Kunst auf die Spitze.
Der etwas verschrobene Komissar Adamsberg wird zusammen mit seinem Kollegen Danglard auf ein Seminar in London eingeladen. Während sich Danglard in England wohlfühlt wie ein Fisch im Wasser, beherrscht Adamsberg noch nicht mal die Sprache. Zufällig werden die beiden Zeuge eines höchst eigenartigen Verbechens: Jemand hat siebzehn Schuhe vor den Toren von Highgate abgestellt, mit achteinhalb Paar Füßen drin, die feinsäuberlich über dem Knöchel abgetrennt worden sind. Danglard meint prompt, in der Menge der ausschließlich französischen Schuhe, die seines Onkels wiederzuerkennen. Das wäre dann doch der Zufälle zuviel. Oder?
Die Aufklärung dieses äußerst mysteriösen Falles verschlägt Adamsberg schlußendlich nach Serbien, einem faszinierenden Land, voll warmherziger Gastfreundschaft und dunkler Legenden und Geschichten.
Wieder einmal ist Fred Vargas hier ein riesiger Wurf gelungen: Spannend und fesselnd, vollgepackt mit einer Fülle an interessanten Figuren und seltsamen Gestalten, geschrieben in einer enorm reichen, originellen Sprache. Wie immer habe ich auch viel gelernt: Wo die Loire entspringt und wo die Seine, was auf serbisch danke heißt, wie Osteopathie funktioniert, etc..
Buchtipp von Julia Munt
Buchhandlung Dr. Naue, Burghausen - Neustadt, 18.05.2009
